Montag, 14. Mai 2012

Amazing(!) London

Yeah, last exam done!! 

Und hier bin ich wieder. :)

Vor meinen London-Erlebnissen noch eine Sache, über die ich mir schon die ganze Zeit den Kopf zerbrochen habe (zumindest unterbewusst ;) ) und für die ich jetzt die Lösung habe: die irische Freundlichkeit.
Ein Langzeit-Arbeitsloser aus Limerick City hat mich darüber aufgeklärt, dass die Iren so freundlich sind, weil das Land so klein ist, dass man diejenigen, mit denen man heute spricht, morgen gleich wiedertreffen könnte. Interessante und durchaus sinnige Theorie. (Danke noch mal, Anika, für deinen Rat, den mich ansprechenden Männern nicht immer gleich die deutsche kalte Schulter zu zeigen! ;) )

Mittwoch, am 25. April ging's los, mit dem Flieger nach England - zurück in Anikas derzeitige Wahlheimat. Wo wir doch schon mal in London sind, bleiben wir doch auch gleich mal zwei Tage dort. An das weitläufige, wenn nicht gar leere Irland mit seinen gemütlichen Iren gewöhnt, hat mich London doch glatt mal umgehauen: Rennende, sich ihren Weg bahnende Menschen so weit das Auge reicht, Hektik, große Häuser, viele Autos, noch mehr Busse... (Wie können Lehrer auf die Idee kommen, eine Klassenfahrt mit Viertklässlern in LONDON zu machen?!!) Die neuen Eindrücke in mich aufsaugend und von diesen zugleich leicht abgelenkt (Ganz schön spannend, mal was anderes zu sehen als Irisches.), habe ich versucht, Anika auf dem Weg zum Hostel auf den Versen zu bleiben. Geleitet von zwischenzeitlichen, leicht besorgten "Anjaa...?!", habe ich es doch auch tatsächlich geschafft, ohne von Bussen überfahren oder von Menschen totgetrampelt zu werden. ;)  (Danke, Anika!) 

Wir hatten unser Hostel übrigens direkt an Harry Potters King's Cross Bahnhof, was mich überaus begeistert hat. Gleis 9 3/4 haben wir allerdings nicht gefunden...

King's Cross
London kommt mir ein bisschen vor wie eine ganz eigenen Welt: all die alten Häuser, die roten Busse, die ich sonst nur aus Filmen kannte, die urigen Taxis und lustigen Polizisten, ganz zu schweigen von den roten Männchen mit Pelzhut. Die Stadt lebt von ihren Traditionen. Sogar was Mode angeht. Die Leute scheinen nicht jedem Trend nachzueifern. Da gibt es immer noch die älteren Herren mit Cord-Hose und Tweed-Jacke inklusive -Mütze. Der Hut-Trend vergeht in London wohl auch nicht. Und sogar den Kleidungsstil der jüngeren Leute kann man nicht ungedingt modern nennen, auch wenn er schick, elegant und stets gepflegt ist.

Das Wetter war in London übrigens auch nicht besser als in Irland. Im Gegenteil: die Frau im Hostel meinte am Ende unseres Aufenthalts, dass es in den zwei Tagen mehr geregnet hätte als in den ganzen zwei Monate zuvor. Aber wenigstens mit Regenbogen... :)



Und alle alten Ladys mit Hut sehen von hinten aus wie die Queen!


Wenig empfehlenswert, sich in London "unterm Schwanz" zu treffen. Statuen gibt es an jeder Straßenecke. Eine Statue bekommt man in London übrigens, wenn man "good at killing people" ist. Haben wir während unserer Stadtführung gelernt. Dazu später mehr...


Themse

London Eye

Der M&M's Laden in London - der Wahnsinn! Ich habe noch nie so viele verschiedenfarbige M&M's gesehen! Ganz zu schweigen von all den M&M's Souvenirs!

 
Den hab' ich gleich auch noch in echt... :)


Letzter Anlaufpunkt für den ersten Tag: der Piccadilly Circus. Meiner Meinung nach ein bisschen... kommerziell. Aber leuchten tut's schön. (So viel zu meiner differenzierten Meinung zum Piccadilly Circus. :D )


TAG 2: Stadttour for free!
Und wir wurden Zeugen der besten Stadtführung ever. Die war SO gut, dass wir am Ende sogar freiwillig Geld geben wollten. Was natürlich durchaus der Sinn und Zweck der Veranstaltung war. Klug, die Briten. Darf ich vorstellen, unsere "Stadtführerin" Rachel:


Sie war so witzig! Und ich mag ihre Mütze. :)
Die brauchte sie auch, es hat nämlich geregnet. Wir haben uns auch mal ein kleines zusätzliches Accessoire zugelegt:


Der Buckingham Palace. Die Queen war leider nicht zu Hause. Ich hab' geklopft. Na vielleicht hat sie sich ihre Zeit auch in einem anderen ihrer läppischen 10 Paläste vertrieben.

Buckingham Palace
Ah, da ist er: mein Lieblings-London-Mensch! Das rote Männchen mit dem Pelzhut. :) Um genau zu sein ein Prince Charles' Guard. Das Muttersöhnchen wohnt übrigens im Palast gleich neben dem Buckingham Palace.


Na, da hätten wir ihn ja. Endlich ist mal einer der lustigen Polizisten drauf. Die wollen eigentlich nämlich nicht so gerne fotografiert werden. Das sagt zumindest der England-Guide. Danke, Anika, für's Fake-Portrait-Stehen! ;)


Oh, und in dieses Haus müsst ihr eure Liebesbriefe an Prince William schicken. :) Hier landet all die königliche Post. Im Zusammenhang mit diesem Haus haben wir im Übrigen auch erfahren, dass die englischen Schornsteine die deutschen Autos sind. Je mehr, desto reicher. Schornsteine dienen als eine Art Statussymbol. Verrückte Engländer! Ich präferiere Autos (insofern sie die richtige Farbe haben ;) ). 



Admiralty Arch





Mit dem House of Parliament ging die Tour zu Ende.

Nächster Programmpunkt: Londoner Markt! Ich habe noch nie einen so großen Markt gesehen. Man geht und sieht und erkundet und entdeckt immer neue Stände und Buden. Ein Markt schloss an den nächsten an.


Kleiiiider so weit das Auge reicht...



Stables Market


Und so schöne Dinge! Leider muss ich ja Platz sparen - 20kg Gepäck auf dem Heimflug...

 


Noch am selben Abend haben wir uns auf den Weg nach Bournemouth gemacht, wo Anika zurzeit wohnt und studiert. Mit dem Bus. Uuuuund: Buspanne Nr. 4! Der Bus musste dreimal wegen irgendwelcher Schäden stoppen. (Der Reifen ist nicht geplatzt. Das Geräusch kenne ich mittlerweile.) Beim dritten Mal, konnten wir nicht weiterfahren und mussten auf einen Bus aus London warten. Im folgenden Bus war Entertainment inklusive: ein in Bournemouth lebender, leicht nazistisch veranlagter Schotte mit Hang zu intensivem Sekunden-Rauchen und unkoordiniertem Redeschwall auf der einen Seite, ein älterer Herr mit extremen Schwierigkeiten, selbigen Schotten zu verstehen, auf der anderen Seite, Anika und ich mitten drin und diverse Zuschauer, die dem Schauspiel amüsiert folgten. 

Mein England-Aufenthalt bis zu diesem Zeitpunkt führt mich jedenfalls zu weiteren Erkenntnissen:
  • Englische Busse sind nicht besser als irische. 
  • In England ist Seatbelt-Pflicht. (Und ich weiß auch warum!!) Die Busfahrer gehen manchmal sogar rum und gucken, ob sich alle angeschnallt haben. Die Iren nehmens da übrigens - wie bei so vielen anderen Dingen - nicht so genau.
  • Ja, British English ist leichter zu verstehen als irisches Englisch. Die in vier Monaten Irland angeeigneten "interpretativen Fähigkeiten" sind allerdings nicht zu verachten. Da lässt sich auch schon mal ein schottischer Akzent "deuten".
  • Die Engländer haben ein ganz besonders Verhältnis zu positiv beschreibenden Adjektiven: amazing, incredible, lovely..............
  • Das ganze gern auch ein wenig betont: really really amazing, very very lovely......
  • Ich vermute, die Selbstmordrate unter den Londoner Busfahrern ist relativ hoch. Na zumindest ich würde mir die Kugel geben: Über eine Stunde zähflüssiger Verkehr bis ein Bus den Weg vom Stadtzentrum bis zur Stadtgrenze zurückgelegt hat!
Genug für heute! Demnächst mehr vom (regnerischen) England.

Macht's gut, ihr Lieben! :)



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